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Die Physiologie hinter dem Schmerz: Was passiert im Muskel?
Triggerpunkte sind mikroskopisch kleine Zonen in den Muskelfasern, in denen die Sarkomere (die kleinsten kontraktilen Einheiten des Muskels) dauerhaft verklebt sind. Dies führt zu einer lokalen Ischämie (Minderdurchblutung). Ohne frischen Sauerstoff können sich die Fasern nicht mehr lösen – ein Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung entsteht.
Exkurs: Latente vs. Aktive Triggerpunkte in der Behandlung
Für eine effektive Schmerztherapie ist das Verständnis der verschiedenen Triggerpunkt-Arten entscheidend. Eine stabile und punktgenau verstellbare Therapieliege ermöglicht es Ihnen, den notwendigen Kompressionsdruck präzise und ergonomisch auszuüben:
- Latente Triggerpunkte: Diese sind tückisch, da sie im Ruhezustand keine Schmerzen verursachen. Sie schränken jedoch oft unbemerkt die Beweglichkeit ein und schwächen den Muskel. Der Schmerz tritt erst bei gezielter Palpation (Druck) auf der Behandlungsliege zutage.
- Aktive Triggerpunkte: Diese Punkte sind die „Alltagsruinierer“. Sie verursachen einen permanenten Dauerschmerz, der oft in weit entfernte Körperareale ausstrahlt (Referenzschmerz). Ein aktiver Punkt im Gluteus kann beispielsweise Schmerzen bis in den Fuß verursachen und so fälschlicherweise wie ein Bandscheibenvorfall wirken.
Warum die Liege hier den Unterschied macht: Um aktive Triggerpunkte effektiv zu deaktivieren, benötigen Sie eine Behandlungsliege, die bei hohem manuellem Druck absolut starr bleibt. Nur so wird die Kraft direkt in das Gewebe übertragen, anstatt in einer instabilen Liegenkonstruktion zu verpuffen. Unsere elektrischen Modelle bieten hierfür die notwendige Steifigkeit und feine Höhenjustierung, um Ihre Gelenke bei der Triggerpunkt-Pressur zu schonen.

Die Top 3 Triggerzonen und ihre Auswirkungen
- Trapezius (Nacken): Verursacht oft Spannungskopfschmerzen, die hinter das Auge ziehen.
- Gluteus Medius (Gesäß): Wird oft mit Ischias-Beschwerden verwechselt und strahlt bis ins Bein aus.
- Infraspinatus (Schulterblatt): Der Grund, warum man den Arm nicht mehr schmerzfrei heben kann.
Fortgeschrittene Techniken: Ischämische Kompression vs. Deep Tissue
Die Ischämische Kompression: Präzision durch die „Pain-Release-Technik“
In der myofaszialen Triggerpunkttherapie ist die ischämische Kompression eine der effektivsten Methoden. Hierbei wird gezielter, langanhaltender Druck auf den hyperirritablen Punkt ausgeübt, um die lokale Durchblutung kurzzeitig zu unterbrechen.
- Der Release-Effekt: Ein entscheidender Faktor ist die Haltedauer. Der Druck muss oft bis zu 90 Sekunden konstant gehalten werden, bis der Patient einen deutlichen Rückgang des Schmerzes spürt (das sogenannte „Release“).
- Neurologische Entspannung: Dieser Nachlass signalisiert dem Gehirn über das zentrale Nervensystem, den überhöhten Muskeltonus zu senken.
- Anforderung an die Liege: Für den Therapeuten bedeutet das Halten über 90 Sekunden eine hohe statische Belastung. Eine elektrische Therapieliege, die sich exakt auf die optimale Hebelhöhe einstellen lässt, ist hierbei unverzichtbar, um die eigene Kraft gelenkschonend aus der Körpermitte auf den Patienten zu übertragen.
Die 70/30-Regel: Den „Wohlweh-Schmerz“ treffen
- Intensität auf der Skala: Der Druck sollte auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 etwa bei einer 7 liegen. Dies wird oft als der „Wohlweh-Schmerz“ bezeichnet – intensiv, aber noch als befreiend empfunden.
- Das Risiko bei Überlastung: Ein Druckwert von 8 oder höher (über 80 %) führt dazu, dass der Körper mit Gegenspannung reagiert, was den therapeutischen Effekt zunichtemacht. Ein Wert unter 5 (unter 50 %) bleibt meist wirkungslos für die Deaktivierung des Triggerpunkts.
- Stabilität als Basis: Um dieses feine Feedback-System des Patienten nutzen zu können, muss die Behandlungsliege absolut starr sein. Jedes Nachgeben der Polsterung oder der Rahmenkonstruktion verfälscht das Druckempfinden und erschwert die präzise Dosierung.
Tools für die Eigenbehandlung – Wann brauche ich was?
- Massagetools: Ideal für Füße und Gesäß.
- Triggerbow / Massagehaken: Unverzichtbar für die Muskulatur zwischen den Schulterblättern, da man hier mit den Händen keinen Hebel hat.
- Massagepistolen: Gut zur großflächigen Vorbereitung, aber oft zu ungenau für den exakten Triggerpunkt. Hier gehts zu unserem ultimativen Guide zur Massagepistolen Anwendung »

